Workshop an der Philipps-Universität Marburg, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie vom 2. bis 3. April 2019

Zum ersten „Marburg-Tongji-Forum für Psychiatrie und Psychotherapie“ trafen sich kürzlich in Marburg Vertreterinnen und Vertreter der Shanghaier Tongji Universität (TJU) unter der Leitung von Prof. Dr. Xudong Zhao mit Psychiatern und Psychologen der Philipps-Universität in Marburg. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg hatte gemeinsam mit dem Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg zu dem Forum eingeladen.

Die Universitäten Marburg und Tongji schlossen beim Forum neue Forschungskooperationen in überlappenden Forschungsbereichen wie Hirnbildgebung und Psychotherapieforschung und erweiterten so die langjährige strategische Kooperation auf den Bereich Psychiatrie und Psychotherapie.

Der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Dr. Tilo Kircher, stellte den berühmtesten Marburger Psychiatrie-Patienten und Nobelpreisträger Emil von Behring kurz vor: „Emil von Behring litt zeitlebens an mehreren schweren depressiven Episoden, die sein hochproduktives Schaffen jeweils für mehrere Wochen unterbrachen, und wurde in diesem Zusammenhang in verschiedenen psychiatrischen Krankenhäusern stationär behandelt, unter anderem in München durch Emil Kraepelin“, erklärte Kircher. Prof. Dr. Xudong Zhao ging auf ein neues Gesetz in China zur besseren psychiatrischen Krankenversorgung ein, an dem er maßgeblich mitgewirkt hatte.
Der Leiter der Delegationsgruppe, Prof. Xudong Zhao, ist Universitäts-Professor für Psychiatrie und Psychotherapie der TJU und Direktor des Pudong Mental Health Center. Er ist Träger des Sigmund-Freud-Preises für Psychotherapie und eine langjährig führende Schlüsselperson der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in der Psychiatrie und Psychotherapie. Er hat an der Universität Heidelberg promoviert. In China ist er ein renommierter systemischer Familientherapeut und Mitverfasser des chinesischen Psychotherapiegesetzes im Jahr 2012.

Der Austausch über die Forschungsaktivitäten und die Ausbildung in der Psychotherapie bildeten die inhaltlichen Schwerpunkte des Forums. Die Forschungsexpertise der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie erstreckt sich von der strukturellen und funktionellen Hirnbildgebung über Ätiologie und Verlauf affektiver Störungen, translationale Neurowissenschaft, Früherkennung, kognitive Verhaltenstherapie für Schizophrenie bis zur Psychotherapieforschung.

Der Fachbereich Psychiatrie stellte seine Forschungsexpertise in systemischer Neurowissenschaft sowie klinischer Kinder- und Jugendpsychotherapie und personalisierter Psychotherapieforschung vor. Die Gäste der TJU stellten ihr Forschungsinteresse im Bereich der Magnetresonanz-Hirnbildgebung, systemischen Familientherapie, Früherkennung der Schizophrenie sowie Psychotherapieforschung in Vorträgen und Poster-Präsentationen vor.