Zwei- bis dreimal jährlich können bis zu sechs ausgewählte Start-up-Unternehmen aus Deutschland für gut vier Wochen in Shanghai praktische Erfahrungen direkt im chinesischen Markt sammeln. Ermöglicht und koordiniert wird dieses Programm, über das auch Arbeitsplätze in einem chinesischen Co-Working-Space zur Verfügung gestellt werden, vom Business- und Innovations-HUB Deutschland-China, kurz DC-Hub. Wie die anderen Fachnetze wird das an der Universität Leipzig angesiedelte DC-Hub im Rahmen der Deutsch-Chinesischen Alumnifachnetzwerke gefördert. Es hilft jungen Unternehmen aus Deutschland beim Markteintritt im Reich der Mitte.

Oft meiden junge Unternehmensgründungen die klassischen Wege der deutschen Wirtschaftsförderung oder Banken. „Die haben einfach eine andere Unternehmenskultur, da geht Vieles über Netzwerke und die Co-Working-Spaces“, sagt Steve Uhlig, Projektleiter bei DC-Hub. Doch während in China, und hier besonders im Gründerzentrum von Shanghai, sich auch globale Strukturen herausgebildet haben, sind die deutschen Zentren zumindest außerhalb von Berlin noch nicht von einer solchen Größe, dass sie auch globale Unterstützung geben können. „Hier setzen wir an und bieten die erforderliche Hilfe“, so Uhlig.

Diese reicht von einer individuellen Beratung und der Vermittlung von Ansprechpartnern vor Ort bis hin zu Seminaren zu rechtlichen, ökonomischen und formellen Gegebenheiten, die vor einem Eintritt in den chinesischen Markt zu beachten sind. Teilnehmenden wird auch die Möglichkeit gegeben, vor potentiellen Investoren zu pitchen. Auch wenn die Wenigsten gleich einen Investor finden, so ist der Erfahrungswert ungemein wichtig. Mit jedem Treffen baut sich mehr Chinakompetenz auf. „Man muss auch nicht unbedingt fließend Mandarin sprechen, im Business-Bereich ist durchaus Englisch die Standardsprache“, berichtet Uhlig. Doch sei in jedem Fall anzuraten, sich in China einen Partner zu suchen, der die im Behördenbereich vorhandene Barriere von Sprache und Kultur leichter überwindbar macht.

Betreut werden die Aktivitäten durch ein vierköpfiges Team – einschließlich eines chinesischstämmigen Kollegen – an der Universität Leipzig im Rahmen des internationalen SEPT-Programms (Small Enterprise Promotion & Training). Angesichts der rasanten Entwicklungen auf dem chinesischen Business- und Innovationssektor liegt es nahe, ein speziell auf den chinesischen Markt ausgerichtetes Förderzentrum zu gründen, um China-Kompetenz