Auf unserer Tagung möchten wir das Thema der Wandlung kritisch – und hoffentlich auf der Höhe der Zeit – neu ausleuchten.

Das Thema der Wandlung ist in vieler Hinsicht prominent in der chinesischen Philosophie. Das Buch der Wandlungen, ein wichtiges Dokument für das Weltbild der frühen chinesischen Zivilisation, zeigt eine Welt in steter Veränderung: Alles, das entsteht, muss auch wieder vergehen, und der Mensch tut gut daran, die den Wandel bewirkenden Kräfte und die ihnen zugrundliegenden Gesetze zu kennen. Konfuzianische Texte wie die Lehrgespräche (Lunyu) und das Buch Mengzi, daoistische Texte wie Laozi und Zhuangzi, aber auch die Texte der Legalisten und Militärklassiker beschreiben mit großer Sorgfalt, wie Konzeptionen des gelingenden Handelns immer die Kenntnis einer im Fluss befindlichen Welt einschließen müssen. In der sinologischen Forschung (etwa bei A. C. Graham, François Jullien und Roger Ames) ist das klassische chinesische Denken dann auch oft als prozesshaft, holistisch und dynamisch charakterisiert worden. Mit dem Eindringen buddhistischer Lehren nach China (ab dem zweiten Jhdt. n. Chr.) wurde außerdem die Vorstellung, dass Menschen in einer Welt von Objekten mit festen Identitäten leben, radikal in Zweifel gezogen. Im Denken des indischen Philosophen Nāgārjuna (zwei- tes Jhdt. n. Chr.), der entscheidende Impulse für die weitere Geschichte des Buddhismus in Ostasien geliefert hat, werden Selbst und Welt als letztlich illusorisch beschrieben.

[…]

Weitere Informationen (auch in Chinesisch) entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Link.

Informationen zur Veranstaltung

20. Januar 2020

Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie
Veranstalter: Fachnetz "Das Gute Leben"